Maria im Tann (Aussenstelle)

Die Aussenstellen der Martin-Luther-King-Schule

---Die unten stehenden Ausführungen werden in nächster Zeit durch die aktuell überarbeitete Konzeption ersetzt---

Entstehung der Förderorte

In den letzten Jahren wurde allzu deutlich, dass es einen immer größer werdenden Kreis von SuS mit Förderbedarf in den Bereichen Emotionalität und Sozialverhalten in der Stadt Aachen gibt, die aufgrund ihrer Problemlage auch im Stammschulbereich der Martin-Luther-King-Schule trotz mannigfaltiger, auf das Individuum abgestimmter Angebote, nicht mehr erreicht bzw. pädagogisch sinnvoll gefördert werden können. Partielle, oft auch absolute Leistungsverweigerung verbunden mit hohen Fehlzeiten bis hin zum Schulabsentismus, war nicht selten die Folge. So machte sich die MLKS im Sommer 2016 auf den Weg, zwei gesonderte Förderkonzepte in den angemieteten Räumlichkeiten in Maria im Tann anzubieten. 

Äußere Rahmenbedingungen

Kurz vor dem belgischen Grenzübergang „Bildchen“, im Südwesten Aachens, liegt inmitten des Aachener Stadtwaldes das Kinder- und Jugendhilfezentrum „Maria im Tann“ (kurz MiT). Auf dem Gelände hat die Stadt Aachen Räumlichkeiten für die beiden Ausgelagerten Klassen der MLKS angemietet. Darüber hinaus befinden sich auf diesem Areal unter anderem mehrere Wohngruppengebäude, ein Verwaltungsgebäude sowie eine Mehrzweckhalle und Sportplätze.                        


Die Räumlichkeiten der ausgelagerten Klasse in „Maria im Tann“ befinden sich im Erdgeschoss eines zweigeschossigen, direkt am Waldrand gelegenen, Gebäudes. Zur Nutzung stehen ein Lehrerbüro, ein Lagerraum, ein Werkraum für die Bereiche Holz- und Metall, ein Klassenzimmer, ein Gruppenraum, eine Küche mit angrenzendem Essraum sowie Toilettenräume bereit. Eine große Terrasse und eine angrenzende Wiese bieten den SuS eine bewegungsfreundliche Möglichkeit der Pausengestaltung.

Konzept der ausgelagerten klasse in der Außenstelle „Maria im Tann“

In diesem besonderen Setting wird von den erziehenden, begleitenden und unterrichtenden Förderschullehrerinnen und -lehrern der Versuch unternommen, den SuS - unterstützt durch eine intensive Elternarbeit und unter Einbeziehung aller am Erziehungsprozess Beteiligter (SPFH, Jugendamt, Erzieherinnen und Erziehern, Jugendgerichtshilfe etc.) - in seiner emotionalen Mangellage als Individuum in verschiedenen Systemen zu erkennen und konsequent an seinen Stärken anzusetzen. Klar abgegrenzte Zielgruppen, das Stufenkonzept und ein klar strukturierter Tagesablauf mit festen Ritualen und einer verlässlichen Streitschlichtungskultur sind in diesem Sinne die wesentlichen Bausteine der Konzeption der ausgelagerten Klasse auf dem Gelände des Zentrums für Jugend- und Familienhilfe „Maria im Tann“.

                                                      

Innere Rahmenbedingungen

 

Der Unterricht erfolgt nach den Grundsätzen der Kooperativen Didaktik und den Hauptschulrichtlinien entsprechend. Dahingehend, dass die SuS nicht zuletzt in altersheterogenen Lerngruppen unterrichtet werden, reicht es nicht aus, sich an rein bildungstheoretischen Ansätzen zu orientieren. Der Unterricht muss ständig in Kooperation und Austausch mit den Klassenteampartner, der Schulsozialarbeit, dem Handwerksmeister, den Erziehungsberechtigten und den SuS neu überprüft werden.

Der Unterricht wird weitestgehend durch zwei Lehrkräfte begleitet, so dass die SuS in ein familiäres Lernsystem eingebunden werden können. Die Lehrpersonen haben dadurch die Chance, eine enge Beziehung zu der Klasse aufzubauen. Konfliktsituationen können somit in einem angstfreien, vertrauensvollen Rahmen geklärt werden. Neben den unterrichtlichen Inhalten gemäß der Hauptschulrichtlinien des Landes NRW, wird die Natur und der angrenzende Wald zu erlebnispädagogischen Aktivitäten genutzt.

 

Zielgruppen

 

Nach erfolgter differenzierter Eingangsdiagnostik setzt sich die Schülerschaft der Klasse Grün- Außenstelle Maria im Tann aus Kindern und Jugendlichen zusammen, die

 

  • im KJH „MiT“ neu stationär untergebracht sind

ð Aufgrund des gerade erst im Zuge der stationären Unterbringung erfolgten Wohnort- und Bezugspersonenwechsels ist diesem Personenkreis eine zusätzliche Eingewöhnung in ein - bezogen auf den neuen Wohnort - externes Schulsystem noch nicht zuzumuten. Ein langer Schulweg würde ein unüberwindbares Hindernis darstellen, Schulschwänzen nach sich ziehen und damit einer schnellen schulischen Integration im Wege stehen.

 

  • gegenwärtig in der Stammschule nicht adäquat gefördert werden können

ð  Manchmal kristallisiert sich bei einem geringen Anteil der Schülerschaft der Stammschule heraus, dass das Setting eines größeren Systems diesen nicht gerecht werden kann. Eine Integration scheint gescheitert, Isolation ist ebenso festzustellen wie Regression und eine erhöhte Gewaltbereitschaft, aufgrund dessen eine Gefährdung von Lehrpersonal und Mitschülerinnen und Mitschülern nicht mehr auszuschließen ist.

 

  • im Bereich Lernen und Sprache einen zusätzlichen Förderbedarf aufweisen

ð Immer mehr SuS mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung weisen zusätzlich einen Förderbedarf im Bereich Lernen und/ oder Sprache auf. Dieser kann in der Stammschule, aufgrund einer zu erwarteten Diskriminierung und Instrumentalisierung dieses Personenkreises durch Mitschülerinnen und Mitschüler, die nach den Lehrplänen der Hauptschule unterrichtet werden, nicht immer angemessen aufgefangen werden. Daher bedarf es in Einzelfällen eines besonderen, geschützten Settings, in dem die Lehrpläne der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen Anwendung finden.

 

  • aus der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung - Primarstufe aufgenommen werden

ð Die Ausgelagerte Klasse bietet aufgrund ihres Stufenmodells einen wirksamen Schonraum, der einen schrittweisen Übergang in den Sekundarbereich der Stammschule bzw. der Re-Integration in das Regelschulsystem vorbereitet und ermöglicht.

 

Kooperationspartner

 

Konzeptimmanent ist bei beiden ausgelagerten Klassen die enge Kooperation mit der Stammschule, dem KJH „MiT“, den Jugendämtern und den Regelschulen im Stadtgebiet.