werkstätten



Die SuS haben in der Werkstatt die Möglichkeit, durch praktische Arbeit Fähigkeiten und Fertigkeiten in dem Gewerk Holz und in verwandten Teilgewerken zu erwerben. Sie durchlaufen entsprechend ihren kognitiven und handwerklichen Möglichkeiten eigens entwickelte Lern- und Arbeitsbereiche (Module), die fortschreitend Kompetenzen auf folgenden Gebieten vermitteln:

·         Sicherheit

·         Werkstoffe

·         Arbeitsschritte

·         Sozialkompetenzen

 

Erfolgreich abgeschlossene Module werden durch die Meister durch Werkstattzeugnisse dokumentiert.

 

Handlungsorientierung 

Wir verstehen darunter keinen Gegenpol, sondern eine Ergänzung zum konventionell schulisch - kognitiven Lernen.

Handlungsorientierung bedeutet für uns:

  •  Konkret (be-)greifbare Inhalte,
  • zweckgebundenes Handeln,
  • greifbare Erfolgserlebnisse,
  • breit gefächerte Förder- und Motivationsmöglichkeiten für SuS mit erhöhtem Förderbedarf,
  • direktes Feedback durch hergestellte Werkstücke,
  • Vernetzung von schulischen und handwerklichen Lernmöglichkeiten.

 

„Ernstfall Arbeit“ in der Schule

Durch die Konfrontation unserer Schülerschaft mit dem „Ernstfall Arbeit“ erfahren sie Schule als „Ort des Lebens und Lernens“, der sie auf die „Zeit danach“ vorbereitet.

Der Ernstfall wird vorbereitet und erprobt durch:

  • Regelmäßig wiederkehrende Werkstättentage, pro Klasse einen Tag pro Woche
  • Unterricht, der für die Schüler ergebnis- und erfolgsorientiert gestaltet wird
  • d.h.: Produktion von Gegenständen, die einen fassbaren, sofort erkennbaren Gebrauchswert haben (z.B. CD-Ständer, Kleinmöbel, Stühle, Stahlregale, Werktische etc.)
  • Durchführung von Projekten u.a. für die eigene Klasse oder für die Schulgestaltung, intensive Mitarbeit in Projektwochen,
  • Förderung der Berufs- und Lebensfähigkeit durch den Aufbau sozialer Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusst- sein und Durchhaltevermögen.
  • Die Arbeit in der Schülerfirma „Holzwurm“

 

Unsere SuS können zusätzlich zu ihrem Schulabschluss Beurteilungen in Form von Werkstattzeugnissen durch die Handwerksmeister erwerben und haben dadurch eine bessere Ausgangssituation auf dem Arbeitsmarkt.

 

SuS, die ohne Abschluss die Schule verlassen, können dadurch dennoch eine positive Beurteilung bzgl. ihrer handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten vorweisen.

Bei eingeschränkten finanziellen Ressourcen können unsere Jugendlichen durch Improvisation, Phantasie und Kreativität auch aus offenbar wertlosen Gegenständen Sinnvolles gestalten und materielle Bedürfnisse befriedigen.

 

Kooperation im Hause 

 

Die konstruktive und schülerorientierte Zusammenarbeit von Handwerksmeistern, und den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Basis unserer multiprofessionellen Arbeit.

Sie dient:

  • als Grundlage für die individuelle Förderung unserer Schülerschaft, im Speziellen der Installation von Einzelförderung besonders problematischer SuS während der Vorbereitungszeiten, mit dem Ziel der Reintegration in die Schul- bzw. Klassengemeinschaft
  • als Vorbild für Kooperation, Hilfsbereitschaft und friedliches Miteinander,
  • als Voraussetzung für erfolgreiche pädagogische Interventionen,
  • der gemeinsamen Vor- und Nachbesprechung der WU-Woche, ebenso wie dem Dialog während der Pausen zwischen Meistern, Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern,
  • der  gemeinsamen schülerorientierten Vernetzung von Inhalten zwischen Schul- und Werkstättenunterricht

Allgemeine Prinzipien für den Unterricht in den Werkstätten

·         die SuS da abholen, wo sie stehen

·         in der Werkstatt sowohl bedürfnis- als auch ressourcenorientiert arbeiten

·         in kleinen Schritten vorwärts gehen

·         sowohl prozess- als auch produkt- bzw. erfolgsorientiert vorgehen

·         entdeckendes, erfahrungsreiches Arbeiten ermöglichen

·         Spaß an der Arbeit fördern

·         Steigerung des Selbstbewusstseins durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen

·         Interesse wecken

·         schülerzentriert fördern bzw. schülerzentrierte Angebote machen

·         individuelle Begleitung sicherstellen

·         vertrauensvolle Beziehung zwischen Meistern und SuS herstellen

·         entspannte, angstfreie, anregende (Arbeits-) Atmosphäre erzeugen

·         eigenverantwortliches Handeln und Arbeiten fördern

·         Vermittlung von Einsichten in die Arbeitswelt

·         möglichst enge Vernetzung zwischen Schul- und Werkstättenunterricht

 

 

 

 

Für Kinder und Jugendliche mit Sozialisationsdefiziten im emotionalen, sozialen oder kognitiven Bereich, die sich in Form von Entwicklungsrückständen, Lerndefiziten und Verhaltensauffälligkeiten äußern können, sind künstlerische und gestalterische Mittel ein ideales Medium um fördernd und therapeutisch zu arbeiten.

Grundlage der handlungsorientierten Arbeit der MLKS ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen in ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

Die Förderung wird als individueller und ganzheitlicher Prozess verstanden und erfolgt auf der Grundlage einer fortlaufenden Hilfeplanung.

Die Förderung der Fähigkeiten und Stärken der jungen Menschen sowie die Entfaltung ihrer Möglichkeiten ist ein zentrales Anliegen der Arbeit. Für diese Arbeit wird die Kunsttherapie als Arbeitsmethode genutzt. Gefährdungen der jungen Menschen sollen dadurch verhindert und Benachteiligungen abgebaut werden. Um dieses verstärkt umsetzen zu können, wurden eine große Kunstwerkstatt und ein Entspannungsraum mit vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen.

 

Die Arbeit in der Kunstwerkstatt ist ressourcenorientiert und richtet sich nach den jeweiligen Problemlagen der SuS, was bedeutet, dass das Verstehen des Kindes in seiner Situation erst Förderung und Begleitung ermöglicht. Daher ist das Wissen um die Familiensituation bzw. das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung und fließt stark in diese Förderarbeit mit ein.

 

Konzept der Kunstpädagogik an der Martin-Luther-King-Schule

 

Die Kunstpädagogik an der MLKS spiegelt sich im Kunstunterricht, der künstlerischen Projektarbeit und in der pädagogisch-kunsttherapeutischen Werkstattarbeit wieder.

 

Der Kunstunterricht in den Klassen und die künstlerische Projektarbeit

 

Der Kunstunterricht wird teilweise durch die Klassenteams und eine Lehrkraft mit pädagogisch-kunsttherapeutischem Handlungsrepertoire umgesetzt. Die inhaltliche Gestaltung ist fächerübergreifend. Der Unterricht findet in den jeweiligen Klassenräumen, der Kunstwerkstatt oder an außerschulischen Lernorten statt.

 

Zum Unterrichtsprogramm gehören:

 

  • Kooperationen mit außerschulischen Partnern (Künstlern, Museen, Kinder-schutzbund, Viktor-Frankl-Schule) 
  • die Umsetzung von klassenübergreifenden Projekte z.B.:„Rizzi Malwettbewerb“ des Kreises Düren- Euskirchen, Städteregion Aachen; Grafitti-Workshop mit Lars Kessler; „Kettenreaktion“ ein Recyclingprojekt - Talbahnhof Aachen; „Come-ix“ Berufsorientierung mit künstlerischen Methoden; Schulverschönerung: Fassadengestaltung und kunstpolitische Jugendprojekte wie „Eine Botschaft an die Welt“ mit dem Künstler Sebastian Schmidt
  • Jährliche Teilnahme am Weihnachtsmarkt der Viktor- Frankl-Schule
  • Die Präsentation der Werke in den Klassen und dem Schulgebäude
  • Ein WPU- Angebot zur Gestaltung des Schulgebäudes

Künstlerisches Arbeiten ist eine spielerische, materialerprobende, sensomotorische Aktivität. Im Zentrum der Arbeit steht der Zusammenhang Wahrnehmen - Handeln - Erleben - Reflektieren. Die SuS der MLKS sollen unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen in der Schul- und Klassengemeinschaft, in Einzelförderung und in Kleingruppen kennenlernen und selber umsetzen.

 

Dabei steht im Vordergrund:  

 

  • ästhetische schülerzentrierte Bildung
  • Spaß am eigenen künstlerischen Tun und in der Gruppe – Entwicklung von Selbstmotivation
  • Förderung der Kreativität und Fantasie zum Aufbau eigener Lösungsstrategien
  • basale Wahrnehmungsförderung und dadurch Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Förderung der gestalterischen Ausdrucksmöglichkeiten
  • Schulung der Grob- und Feinmotorik und der Konzentrationsfähigkeit
  • Soziale Gruppenaktivität
  • Stärkung der Kommunikationsfähigkeit verbal und nonverbal – Entwicklung der

Dialogbereitschaft, der kritischen Auseinandersetzungsfähigkeit und persönliche Ausdrucksfähigkeit

  • Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen 
  • prozessorientiertes Vorgehen  
  • Entspannung und "Sich-Wohlfühlen" mit Hilfe künstlerischen Arbeitens

Die Kunstwerkstatt der Martin-Luther-King-Schule:

Kunst mit einem pädagogisch kunsttherapeutischen Förderkonzept

 

Gruppengröße und Dauer der Förderung

 

Die Förderung findet in Kleingruppen von bis zu fünf SuS oder in Einzelförderung statt, wobei die Kinder und Jugendlichen von einer Lehrkraft mit pädagogisch kunsttherapeutischem Handlungsrepertoire begleitet werden. Diese Arbeitsform gewährleistet durch gezielte Interventionen auf jeden einzelnen SuS reagieren zu können, ohne gruppendynamische Prozesse zu gefährden. Es ergibt sich ein optimales Forum, pädagogische Diagnosen zu erstellen und die kunsttherapeutischen Maßnahmen angemessen zu reflektieren. Im Regelfall wird mit den SuS in zwei wöchentlich stattfinden Stunden gearbeitet. Die Verweildauer eines SuS in der Kunstförderung richtet sich nach dem individuellen Bedarf, der auf Grundlage des Förderplanes und in Gesprächen mit dem Klassenteam ermittelt wird.

 

Die Methoden

 

Im Rahmen des Werkstattkonzeptes werden pädagogisch-kunsttherapeutische Methoden modifiziert nach H. – G. Richter zur Förderung von Kindern und Jugendlichen genutzt. 

 

Die Kunstwerkstatt der Martin-Luther-King-Schule ist ein für die Kinder/Jugendlichen und ihre Phantasien geschützter und vertrauter Raum, in dem sie mit Unterstützung der Lehrperson ihre Ideen in Form und Farbe umsetzen. Ohne Leistungsdruck, Wertung oder vorgegebenes Tempo dürfen Werke ihrer Vorstellung entstehen. Der Schwerpunkt liegt auf dem prozesshaften Schaffen des Kindes/Jugendlichen. Wirkungsvolle Resultate sind dabei zweitrangig. Daher wird im Fach Kunst an der MLKS in der Werkstatt der Rahmen geschaffen, Differenzerfahrungen zum Alltag und zur Selbstverständlichkeit zu entwickeln, um mit den vielfältigen Zugangsmöglichkeiten der Kunst den Weg für die Veränderung innerer Verhaltensmuster zu ebnen. Dies ist möglich, durch sowohl die Überprüfung gewohnter Wahrnehmungs- und Deutungsmuster als auch durch die Erweiterung von sprachlichen Ausdrucksebenen in Gestaltungsprozessen und – Produkten. Diese ermöglichen eine individuelle Anpassung an äußere Rahmenbedingungen und können langfristig zum Erwerb und zur Stärkung emotionaler und sozialer Fähigkeiten und zur Entwicklung einer ganzheitlichen Persönlichkeit führen. Gefährdungen der jungen Menschen durch eine Verhaltensauffälligkeit- Verhaltensstörung können so mittels der Kunst auf der Basis ästhetischer Bildungsprozesse vermindert und Benachteiligungen abgebaut werden.

 

Dabei werden Methoden eingesetzt, die niederschwellig sind, die motivierende, gestaltend-spielerische aber auch destruktive Arbeiten ermöglichen und autobiographisch, subjektzentriert sind und dem Kompetenzstand der SuS entsprechen. Im Besonderen wird hier das Handlungskonzept der Pädagogischen Kunsttherapie nach H.G. Richter (1977; 1984) als Methode eingesetzt. Diese Arbeit ist durch eine ganzheitliche Sichtweise geprägt mit dem Ziel der (Wieder-) Herstellung und Förderung symbolischer Handlungsfähigkeit/ Spielfähigkeit auf der Basis einer pädagogischen Diagnose und einer basalen Wahrnehmungsförderung mit dem Leitziel einer ästhetischen Bildung und der Kompetenzförderung der SuS. Dabei werden individuell bildend-präventive oder rehabilitative Anteile akzentuiert. Wichtig ist, dass das ästhetische Produkt und der ästhetische Prozess als Gesprächs- und Reflexionsanlass zwischen SuS und der Fachlehrerin dienen und zur Stabilisierung und langfristig zur Progression beitragen.

Entsprechend der Kompetenzen und auftretenden Problematiken der Kinder und Jugendlichen wird eine Beziehung zu den SuS aufgebaut und professionell nach deren Bedürfnissen gestaltet. In diesem Rahmen werden Inhalte und Strukturen der bildnerischen Werke mit dem einzelnen SuS auf der Grundlage der Förderplanung erarbeitet. Besonders die nonverbalen Ausdrucksmöglichkeiten der Bildenden Kunst ermöglichen das geschützte Bearbeiten von Konflikten und ermöglichen Erkenntnisprozesse der SuS. Dabei steigern die erlernten Fähigkeiten und das entstandene Werk das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Kinder/ Jugendlichen. Die künstlerische Arbeit kann dementsprechend persönlichkeits- stabilisierend und konfliktlösend wirken oder auch die soziale und kommunikative Kompetenz erweiternd sein. Die SuS beginnen ihre psychische Widerstandskraft zu entwickeln und können damit ihren Alltag resilienter gelingender gestalten. Die erzielten Erfolge spiegeln sich als Transferleistungen in den anderen Unterrichtsfächern, in anderen Bereichen des Lebens und im Verhalten in der Familie und im Alltag der SuS wieder.

Für die Kindern und Jugendlichen stehen in der hellen Werkstatt Farbe, Ton, Gips, Kleister, Pinsel, Spachtel, etc. bereit. Hier bietet sich die Möglichkeit, großflächig an der Wand, Staffelei auf dem Boden oder plastisch auf dem Werktisch zu arbeiten. Unter Anleitung gewinnen sie Einblick in das künstlerische Arbeiten und lernen die Materialien und Werkzeuge kennen. Durch das Erlernen grundlegender Techniken und Fertigkeiten haben die SuS die Möglichkeit, ihren individuellen künstlerischen Ausdruck zu finden. Wichtig sind dabei auch die künstlerischen Grundlagen. Diese werden durch Übung, Beobachtung und Wiederholung vertieft.

Auch das Einbinden von außerschulischen Lernorten (Teilnahme am Weihnachtsmarkt, Künstlerworkshops, Wettbewerben, Museumsbesuche) gehört zum Konzept und ist eine weitere Möglichkeit, die Schulziele pädagogisch kunsttherapeutisch zu verwirklichen.

Das Angebot wird auf die Ressourcen und Förderziele der SuS abgestimmt. Die unterschiedlichen Eindrücke in der Werkstatt sowie dessen besondere wertschätzende Arbeitsatmosphäre wirken sich nachhaltig auf ihr Arbeiten aus: Sie fühlen sich in ihrer eigenen Arbeit ernst genommen. Dazu trägt auch die regelmäßige Präsentation der erstellten Werke in der Werkstatt und den Schaukästen der Schule bei.